| 22:11 Uhr

Nostalgie
2. Oldtimer-Treffen in Zweibrücken lockt viele Besucher an

Der Schlossplatz war Schauplatz für das 2. Oldtimer-Treffen in Zweibrücken. Die 47 ausgestellten Fahrzeuge ließen nicht nur Männerherzen höher schlagen. Im Bild vorne ein alter BMW mit geschwungenen Kotflügeln.
Der Schlossplatz war Schauplatz für das 2. Oldtimer-Treffen in Zweibrücken. Die 47 ausgestellten Fahrzeuge ließen nicht nur Männerherzen höher schlagen. Im Bild vorne ein alter BMW mit geschwungenen Kotflügeln. FOTO: nos
Zweibrücken. Beim 2. Oldtimer-Treffen in der Stadt Zweibrücken konnten am Samstag 47 alte Fahrzeuge bewundert werden.

Nostalgie pur am Samstag auf dem Schlossplatz: 47 Oldtimer konnten dort bestaunt und unter die Lupe genommen werden. Zum zweiten Mal organisierte der Gemeinsamhandel Zweibrücken im Schulterschluss mit dem Stadtmarketing dieses Oldtimer-Treffen, zu welchem mancher Teilnehmer sogar einen längeren Anfahrtsweg in Kauf nahm, wie die Teilnahme des Luxemburgers Jean Hinault zeigte, der mit seiner schneeweißen Corvette kam.

47 Autos, wie sie in ihrer Bauart unterschiedlicher nicht sein könnten, standen  vor der Schlosstreppe aufgereiht und wurden zeitweise von wahren Menschentrauben umlagert, wie etwa der weiße Sportwagen des Luxemburgers. Der berichtete, wie viele Pferdestärken unter der Haube verborgen  sind und dass bei Vollgas im sechsten Gang auf der Autobahn noch immer die Reifen durchdrehen.

Kraftfahrzeugmeister Berthold Ludwig aus Oberauerbach erinnerte sich bei dieser geballten Demonstration deutscher Autogeschichte an seine Zeit als junger Meister.  Nicht Computer und elektronische Messinstrumente bestimmten damals das Geschehen in der Reparaturwerkstatt, gefragt war vielmehr das besondere technische Verständnis für Zünd- und Vergasereinstellung. Da konnte noch ein Kotflügel bei einem Schaden ausgebeult und frisch lackiert werden, war nicht das halbe Auto aus „Plastik“, wie das heute leider doch vielfach der Fall sei.



Mit zwei weiteren Freunden war auch Jürgen Theobald aus Thaleischweiler-Fröschen zu diesem zweiten Oldtimer-Treffen gekommen, welches das Trio über alle Maßen lobte. Eine großartige Veranstaltung, für die es nur besseres Wetter hätte geben müssen, so die Meinung der Oldtimerfans, die sich selbst als „Schrauber“ aktiv in der Szene behaupten. Mit dem ältesten Fahrzeug, einem blauen englischen Morris-Minor, hatte das Trio die Stadtrundfahrt mitgemacht. Ja, das seien halt noch wirkliche Autos gewesen, entfuhr es auch Heinz Sema aus Contwig, als dieser mit der Hand über den langgezogenen Kotflügel eines BMW strich und wenig später vor dem gezeigten Borgward stand; nur  dessen Name ist heute noch geschützt, weil seine Produktionsstätte in Bremen ein Opfer von falscher Geschäftspolitik wurde. Welchen Erfindergeist jedoch die Autobauer aus den Anfangszeiten bewiesen, das machte dieses 2. Oldtimer-Treffen deutlich und hoffentlich lassen sich die Veranstalter in ihrem Bemühen nicht entmutigen, eine solche Schau einer großen Interessentenschar weiter zu bieten.

Andreas Michel vom Veranstalter Gemeinsamhandel Zweibrücken meinte mit Blick auf den wolkenverhangenen Himmel bedauernd: „Leider spielte dieses Jahr das Wetter nicht mit, deshalb konnten wir an die Premiere des letzten Jahres nicht nahtlos anknüpfen.“

Betagte, schmucke Vehikel, wohin das Auge auch blickt.
Betagte, schmucke Vehikel, wohin das Auge auch blickt. FOTO: nos