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Contwiger Kerb
Nach zehn Jahren wurde wieder mit Straußjugend gefeiert

Ausgelassen feiern die Contwiger Straußbuben und -mädchen den aufgehängten Strauß am Sportheim der Palatia.
Ausgelassen feiern die Contwiger Straußbuben und -mädchen den aufgehängten Strauß am Sportheim der Palatia. FOTO: David Betz
Contwig. Nach zehn Jahren wurde am Wochenende in der Schwarzbachgemeinde erstmals wieder mit Straußbuben gefeiert.

Die 27 Contwiger Straußbuben hatten sich nicht gerade wenig vorgenommen: Sie wollten eine Kerb auf die Beine stellen, wie man sie in Contwig lange nicht gesehen hat. Nach dem Premierenwochenende darf man den jungen Leuten gratulieren, denn die Kerb war ein voller Erfolg. Das lobte auch Bürgermeister Karl-Heinz Bärmann bei seinem Grußwort.

Die Spannung in Contwig war natürlich groß. Würden die „Nawwelbacher Kerbenissja“ eine ordentliche Kerb auf die Beine stellen oder an ihren eigenen, hohen Ansprüchen scheitern? In der Rückschau muss man zugeben: Das war ein sehr guter Einstand. Bereits am Freitag wurde beim Ansingen am Freizeitgebiet heftig mit DJ gefeiert. Schon hier waren auch erstaunlich viele Gäste von außerhalb zu sehen.

Der Samstag begann dann mit einem gemeinsamen Marsch von der Turnhalle über den Sportplatz bis zum Freizeitgebiet. Mit dabei waren nicht nur die Nissja sondern auch der FCK-Fanclub Höllenfeuer Contwig, der HFZ als Unterstützer, sowie etliche Schaulustige und spontane Begleiter, die sich dem Treiben anschlossen. Im Festzelt am Freizeitgebiet spielte das Duo Udo Haas und Jackl Bossert auf. Die beiden Entertainer boten dabei nicht nur viel Musik sondern auch eine irre Show. So baute Bossert während dem Spielen mehrfach sein Schlagzeug um, ohne aus dem Takt zu kommen, spielte auch mal mit Klobürsten oder Fliegenklatschen seine Trommeln. Das Zelt platzte dabei fast aus allen Nähten. Die Straußbuben aus Niederauerbach, Kleinbundenbach, Dietrichingen und Winterbach besuchten ihre neuen Kollegen. Hier gab es viel Lob und Zuspruch der alten für die neuen Hasen und Häsinnen.



Der Sonntag stand dann ganz im Zeichen von Straußtaufen und Kerberedd. Ein Strauß wurde an der Turnhalle der VT aufgehängt. Dort gab es auch Grußworte von Bürgermeister Bärmann. Der freute sich sehr über die aktiven Straußbuben und wünschte eine weiterhin gute und schöne Kerb und erinnerte sich an seine eigene Straußbubenzeit. Zusammen mit dem Spielmannszug der VT ging es samt Strauß zum Sportplatz. Dort wurde nach dem Kerbespiel – die Palatia gewann vor großer Kulisse 7:2 gegen den SV Obersimten und ist nun Spitzenreiter in der A-Klasse – die Kerberedd gehalten. Besser konnte man das nicht planen, zudem sogar die Sonne endlich über Contwig erstrahlte.

Rund 350 Zuhörer waren gespannt, was Jannik Freyler und David Betz so von sich geben würden. Die hatten die Lacher auf ihrer Seite, besonders bei den Spitzen zum Aldi-Neubau, wiederkehrende Beiträge und dem etwas misslungenen Urlaub eines Mannes aus Stambach. Zudem wurden auch liebevoll die kleineren Verfehlungen und Pannen der eigenen Nissja auf den Arm genommen. Dafür gab es viel Lob und großen Applaus.

Der Montag, traditionell der Tag, an dem an der Contwiger Kerb Jung und Alt in den Gasthäusern zusammen feiern, war für vier Straußbuben Tauftag. „Pater“ Jannik Freyler nahm die zugezogenen Straußbuben und die, die nicht in Contwig wohnen, mit einer Taufe in den Schoß der „echten Cuntwicher“ auf, jeder Täufling bekam von seinem Paten eine Taufkerze. Den Abschluss bildete hier der Kerbetanz mit den New Swingers am Freizeitgebiet. Am Dienstag wurde die Kerb dann unter vielen Tränen von den Straußbuben zu Grabe getragen. Eines ist jedoch sicher: Es soll nicht die letzte Kerb in Contwig gewesen sein, denn der starken Premiere sollen weitere starke Kerben folgen. Die ersten Pläne dazu wurden schon während des Leichenimbisses geschmiedet.